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Themen
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Schuld
Die Schuldakkumulation beginnt spätestens mit der Geburt. Diese ist der Sturz in die Vereinzelung, eine erste Todeserfahrung. Dagegen setzt sich selbstrettend der Geburtswiderruf als inzestuöser Rücksog, eine narzisstische Ursprungsaneignung als Todesparierung. Dies führt zur Selbstaufspaltung als Abspaltung des Anderen.
Sterblichkeit wird zur Schuld, indem sie entäußert wird als verdinglichende Gewalt und die Produkte dieser Gewalt (Dinge, Zivilisation) zur Verheißung der Todesüberwindung werden.
Die ursprüngliche Schuld ist das Repräsentationsvermögen, die Objektivierung, die Produktion der Dinge. Die Schuld besteht in der vernichtenden Verfügung über die Materie, den Mutterkörper.
Die Dinge absorbieren phantasmatisch die Schuld, Schuldverschluss verspricht der gelingende Gebrauch, die Konsumtion der Dinge. Krankheit ist der Versuch der Rückaneignung dieser schuldverdeckenden Konsumtion der Dinge. Normalität des Konsums und Krankheit als scheiternder Konsum sind beide trügerische Suggestionen der Schuldvernichtung.
Der Ort der Schuld ist aber nicht das einzelne Subjekt, sondern der objektive Prozess der Produktion und Verteilung, in den sich das Subjekt verstrickt, indem es die Schuld anzapft und als Krankheit (oder Intellektualität) austrägt. Krankheit ist eine besondere Sensibilität, die sich der Schuld öffnet, die ansonsten in den Dingen verschlossen bleibt.
Man kann die Urschuld als göttliche Indifferenz markieren, insofern sich diese weltschöpfend in Repräsentation differeriert.
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Anschlüsse
Cioran, E. M., Der Absturz in die Zeit; in: Werke, 1316f.:
"Zeugen unsere Werke nicht einzig und allein deshalb gegen uns, weil sie aus dem Bedürfnis hervorgehen, unseren Verfall zu tarnen, andere und uns selbst zu täuschen? Das Machen ist mit einem Erbübel befleckt, von dem das Sein frei scheint. Und weil alles, was wir vollbringen. aus dem Verlust der Unschuld hervorgeht, können wir uns einzig und allein durch die Verleugnung unserer Werke und durch den Ekel vor uns selbst von unserer Schuld läutern."
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