Psychopathologien sind Vermittlungsausfälle (Gedächtnisausfälle), in ihnen scheitert das Zusammenspiel von Indifferenz und Differenz.
"Die Themenzentrale der Psychoanalyse, Psychopathologie, bildet sich aus der Masse der Theorie-an-stößigen pathogenen Disfunktionalitäten im Widerspiel von Indifferenz und Differenz, Inzest und Inzesttabu. Allemal sind es Vermittlungs-, in diesem Sinne also Gedächtnisdefekte, die, in sich hineingetrieben, kurz vor der Todeserfüllung derselben abbiegend, Krankheit definieren. Vielleicht könnten, Psychopathologie-differentiell dann, die apostrophierten Einzelmodi der Gedächtniskonstitution - Ausgrenzung, Berührung, Vereinnahmung - die drei Hauptgruppen psychiatrischer Erkrankungen mitindizieren: Neurose, Perversion, Psychose."
Zur traumatologischen Gedächtniskonstitution im Ausgang von der Psychoanalyse; in: Pathognostische Studien VI, 126
Genealogica Bd. 29 Essen: Die Blaue Eule. 2000