Die Transzendierung des Sterblichkeitstraumas durch das Unsterblichkeitsphantasma steigert die Schuld der Anmaßung bis hin zum Schuldselbstbefall der Krankheit.
"Die besagte »Urschuld«, die »Erbsünde«, die mit dem Tode bestrafte kreatürliche Gottesanmaßung, treibt den Gottesbegriff als die Errettung vor diesem fundamentalen Vergehen hervor: die schiere »Unsterblichkeit«, Grundartefakt dann aber, das nicht nicht wiederum, abgeleitet, ob seiner notwendigen Anmaßung, nichts als verschuldet. Und so gerät man, spitzenmenschlich, vom Regen der Urverwerfung in die Traufe der unabdingbar höchst verschuldenden Usurpation dieser Rettungsmaßnahme, und, unschließlich, ins größere Faß des also durch Krankheit befriedeten vorbereiteten Todes, des satisfizierten Nichts."
Psychoanalyse der Schuld und der Schuldgefühle; in: Pathognostische Studien XII, 185
Genealogica Bd. 45. Essen: Die Blaue Eule. 2013