Die Scham realisiert sich als Flucht vor der Beschämung durch die Sterblichkeit in das Autarkiephantasma, das die Dinge und das Selbstbewusstsein verkörpern. Deren Herstellung ist verbunden mit Schuld, von der sich die Sucht zu befreien sucht.
"Die Ent-schämung/Schamrealisierung muß demnach auf das Phantasma der Absolutheit der Hülle/der Dinge überhaupt aus sein, inklusive der Jurisdiktion derselben als split-diskriminative Korruptivität des also gegenteiligen Menschkörpers: Kopfstand der wahren, in Scham gesichteten Verhältnisse. Um diese fatale Abendlandleistung aber auf Dauer stellen zu können, bedarf es der Invention der Schuld. Schuld: immer das Sich-Verdingen des Körpers an den organlosen Körper als dessen herzustellende Absolutheit als peremptorische Ent-schämung/Schamrealisierung. Schuld - der Auftrag der Produktion von Hülle/Ding; dies die Produktion des ("ödipalen") Unbewußten: Mangel, Gesetz, Signifikant."
Schamnotizen; in: Pathognostische Studien II, 81
Genealogica Bd. 17. Essen: Die Blaue Eule. 1987