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Ursprungsaneignung (Inzest) \
Tod als Inzestvollendung
Im Tod erfüllt sich der inzestuöse Wunsch nach Aneignung des eigenen Ursprungs, indem er sich ineins vernichtet.
Tod als Inzestvollendung
"Die Inzestvollendung aber ist der Tod. Was aber heißt, daß im Ultimatum der Wunscherfüllung der Wunsch mit seiner Sanktion vernichtend/vernichtet eins wird und, als Tod, die absolute Grenze selbst ausmacht, eine Grenze also, die keine ist: die das in sich unbegrenzte menschliche Leben in sich verendlicht."
Ödipus' Tod. Über eine psychoanalytische Auslassung; in: Retro III, 127
Genealogica Bd. 37. Essen: Die Blaue Eule. 2006
Begriffe: Tod,Inzest,
 
 
 

Verweise
 
Aus dem Wissen um die Sterblichkeit entsteht das Selbstbewusstsein. Es ist wie eine Wunde, die sich zu schließen versucht. Der Wunsch nach Selbstgründung ist eine Abwehr des Todes.
Der Inzest ist die Anmaßung des eigenen Ursprungs im alles Andere ausschließenden Selbstbezug. Letztlich ist der Inzest tödlich wie auch der Tod selbst als Zusammenfall mit sich selbst.
Der »primäre Masochismus« ist die erotische Besetzung menschlicher Sterblichkeit, er fällt mit dem ursprünglichen Todestrieb als Ursadismus zusammen. Er ist eine grundlegende Voraussetzung menschlichen Lebens, Basis von Menschsein und Ontologie.
Gegen den tödlichen Sog der Indifferenz (Einheit, Verschmelzung, etc.) setzen sich die schmerzhaften, lebenserhaltenden Differenzen. Aber sie verfallen das Anziehung der Indifferenz und sind nur vorübergehende Aufschübe.
Mystik ist der Gipfel des Narzissmus: keine Differenz mehr zwischen mir und den Dingen, das Begehren, diese Differenz selbst zu sein. In der mystischen Einheit soll sich die repräsentationskonstitutive Differenz aufheben. Eine inzestuöse Anmaßung der Einswerdung, die zum Tode führte, würde sie nicht in Formen der Derealisierung aufgehalten.
Ursprungsaneignung (Inzest)