Die Psychose versucht sich die Gewalt anzueignen, der sich die Objektivität/Normalität verdankt. Dies ist die Gewalt der Repräsentation, die sich in dieser Usurpation selbst zerstört.
"Worin besteht nun der eben nicht auf höheres Wissen abzweckende ganz andere psychosenausbildende Vorgang? In der den geistigen Tod - freilich jenseits subjektiver Verantwortung - in Kauf nehmenden Anmaßung, der Usurpation objektiv martialischer Gewaltvorgaben. Da diese selbst jedoch schon todesusurpatorischer Herkunft, definiert sich Psychopathologie, an ihrer Spitze Psychose, als Usurpation einer Usurpation, in der sich die Räuberei nicht aufhebt, vielmehr, bleibende »Negation der Negation«, festigt und steigert. Pointe der psychopathologischen Immunisierung: die implosiv masochistische Gewalt»wendung gegen die eigene Person«, derart Opfergestalt, unendliche Zirkularität von Schuld und Sühne, und da psychotisch auf das Repräsentationsvermögen im ganzen übergreifend, geisttötend desozialisierend ebenso im ganzen."
Zünftige Ketzereien. Über Fragen, die einer jeglichen Kunsttherapie vorausgehen müßten; in: Pathognostische Studien XII, 246f.
Genealogica Bd. 45. Essen: Die Blaue Eule. 2013