|
Passagen
Ödipuskomplex - Narzissmus - Todestrieb \
masochistische Schuldbesänftigung
Erst die Beimischung masochistischer Lust macht die menschlichen sexuellen Gewaltentäußerungen (Essen, Defäkation, Generationssexualität) überhaupt möglich. Der Genuss und die Lust verdankt sich dem »primären Masochismus«.
masochistische Schuldbesänftigung
"Eine Annäherung an den »primären Masochismus« läßt sich durch den Umstand herstellen, daß die obligaten Gewaltdeterminanten adaptiver Sexualfunktionen durch die entsprechenden Lustprämien - Stimuli, Konservantien, ja seinen Zweck vergessendes Eigenpropositum - allererst in die Gänge kommen. Denn ohne Essensgenuß würden wir uns am Essen »unsterblich« verschulden und schließlich verhungern; ohne die sadomasochistischen Begleitsensationen der Dejektion würden wir, so die Befürchtung, dauerverstopfen und krepieren; ohne genitale Begehrlichkeiten versagten wir uns die Robustheiten der Prokreation mitsamt der üppig darüberhinausgehenden selbstzweckbegabten Verlustigungen. Die masochistischen Optionen darin drogieren das gewaltbedingte Schuldaufkommen; Masochismus = manische Gewaltexkulpation, nur daß in Sachen Schuld »die letzten Dinge ärger werden als die ersten«."
Masochismus; in: Pathognostische Studien XI, 107
Genealogica Bd. 44 Essen: Die Blaue Eule. 2011
|