Krankheiten als Sterblichkeitsparaden, entsprechend der Bezug auf den Todestrieb, Einbeziehung der Dingkontexte, Dingsymbolik als Produktionsgrund der Dinge
"Wie lauten hier nun unsere pathognostischen Voten? Wir machen den magischen Charakter, die magische Prophylaxe der Pathologien (und überhaupt der Abweichungen) stark - sie sind imaginäre mißratende Sterblichkeitsparaden. Unsere psychoanalytische Rückbezugsgröße ist entsprechend der Todestrieb. Pedalisierende Absetzungsfolie dafür ist Lacans strukturalistischer »linguistic turn«. Ferner beziehen wir expressis verbis die Dingkontexte in diese Seinsdramatik ein; dies in kritisch rückgewendetem Ausgang vom Anti-Ödipus (und nicht zuletzt auch in Reverenz zu Heideggers später Technikphilosophie). Wir verfahren Technik-mythosophisch, spielen das Symbolisch-, das Symptomatischwerden der Dinge dergestalt aus, daß der Symbolgehalt selbst schon den Produktionsgrund derselben ausmache."
Zur Philosophie von Krankheit; in: Retro III, 147f.
Genealogica Bd. 37. Essen: Die Blaue Eule. 2006