Das Gottesphantasma (Absolutheitsphantasma) soll die menschliche Sterblichkeit bannen, was zu einer Proliferation der Dinge führt. Die Dinge sollen die Schuld der Sterblichkeit absorbieren, was sie aber explosiv auflädt bis zur Dingzerstörung.
"Allemal, im voraus schon, sterben muß die Hoffnung auf die (nach meiner Terminologie: »todestriebliche«) Parierungsmacht des Gottesphantasmas, der Absolutheitsblende vor dem Todestrauma; nur daß das daraus hervorgehende, ja, Nichts sich, fraglos sich dementierend, auf der Stelle auffüllt mit der überquellenden Masse des, zumal phantasmatragenden, Todesmasken-Ringsherum der Dinge (des allzeit wiederauferstandenen Gottessohns); nur deren Tod wiederum, unmöglicherweise, alles todesgeborene Schuldtalmi auflöste - freilich immer jenseits der martialischen Endsouveränität des »Todes der toten Dinge«, des - den Erlösungstrug vollendenden - Dingsuizids."
Psychoanalyse der Schuld und der Schuldgefühle; in: Pathognostische Studien XII, 189
Genealogica Bd. 45. Essen: Die Blaue Eule. 2013